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Wochenberliner

(Vor)stadtgedanken

(Vor)stadtgedanken

Getrieben von dem Willen nach Hause zu kommen, fahre ich durch die vorweihnachtliche Stadt. Vorbei am Puls der Partycity. Ich sehe ausgelassene junge Leute und ältere Paare die im fast noch lauen Abend das Scheunenviertel, die Spandauer und Rosenthaler Vorstadt erkunden. Rund um den Weinbergweg blüht das Leben.

Ich komme von einer Veranstaltung mit einem Partei-Spitzenpolitiker, die sehr spannend und ertragreich war. Was doch noch so in der Politik steckt, wenn es in der richtigen Stimmung diskutiert wird. Hier ging man gerade zum gemütlichen zweiten Teil, bei einem Schoppen Wein, über. Doch auch hier bin ich weggegangen.

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Ohne Puls Wohngebiet

Es zieht mich nach Hause.

Und wie ich diese flanierenden Paare sehe, denke ich an meine Frau und mich. Wir könnten hier sicher auch langlaufen. Zumindest konnten wir das mal. Mittlerweile sind wir zu sehr Eltern, sind wir auch zu gerne Eltern, als dass wir solch eine Beschäftigung entspannt annehmen könnten. Ich denke an die Menschen um mich herum, die all das in Ruhe tun können und immer wieder. Sie können lesen, schauen, stundenlang intellektuell debattieren, essen, trinken und flanieren. Ich beneide Sie aufrichtig.

Der unbeschwerte Genuß meines Lebens, zumindest für mich selbst, hat sich stark verändert.

Anhand der oben genannten Beispiele hat er sich sogar aufgelöst. Manch einem erscheint mein Leben langweilig und angestrengt. Termine diktiert von den Notwendigkeiten einer Familie – meiner Familie. Richtiger ist hier wohl zu sagen: Ich denke, es würde den anderen so erscheinen. Denn was die Aussenstehenden von meiner Vaterbubble halten kann ich nur ungenügend bis gar nicht beantworten. So viele Dinge erlebe ich nicht. Selbst in Ruhe Gitarre zu spielen oder etwas länger eine Fototour zu machen kann ich nicht (mehr). Ganz zu schweigen von Abends über die Torstraße zu laufen.

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Stadt vom heimischen Balkon

Und dann ende ich mit meinen Gedanken auf der Nebenbahn meiner Selbstverzwergung.

Daheim wartet meine Frau und vielleicht drei schlafende Kinder. Es gibt eine rote Couch, eine Arztserie und ein Glas Weißburgunder. Dies brauche ich in meinem produktiven Leben noch mehr. Diese heimische Geborgenheit abseits vom mondänen Entdeckertum ist mein bester Ausgleich. Unspektakulär, vielleicht kleinbürgerlich-konventionell, aber meins. Meine Familie, mein Leben, meine Welt – eventuell komme ich später zurück unter die Flaneure, vielleicht auch nicht. Ich bin zu Hause.

Konsti

 

Vorstadtgedanken

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1 Comment

  • Petra P
    18. Dezember 2018 at 21:48

    Hach. Genieß es. Hatte ich auch mal und jetzt, wo die Kinder Teenies sind, ist das Flanieren und Feiern wieder schön. All die Sprüche sind wahr, die da lauten: Alles hat seine Zeit. Sie werden sooo schnell groß.

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